Prokrastination, das paradoxe Aufschieben des eigentlich Gewollten, ist in der modernen Arbeitswelt – und nicht nur dort – zu einem Modewort geworden. Ob in Büro, Verwaltung, Forschung oder Handwerk – Menschen wissen oft, was zu tun wäre, und tun es dennoch nicht. In öffentlichen Diskussionen wird dieses Verhalten zunehmend pathologisiert: als Defizit, psychische Störung oder Ausdruck innerer Dysfunktion. Der vorliegende Beitrag argumentiert dagegen: Prokrastination ist keine Krankheit, sondern ein zutiefst menschlicher Mechanismus, mit dem wir auf Überforderung, Angst, Ambivalenz und widersprüchliche Leistungsnormen reagieren. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Auswirkungen auf Arbeitssicherheit: Aufschieben kann in sicherheitskritischen Abläufen reale Risiken erzeugen. Die Lösung liegt nicht in therapeutischer Behandlung, sondern in einer Veränderung von Arbeitsstrukturen, Kommunikation und Führungsverhalten.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.2365-7634.2026.02.07 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2365-7634 |
| Ausgabe / Jahr: | 2 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-02-03 |
Um Ihnen ein optimales Webseitenerlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Mit dem Klick auf „Alle akzeptieren“ stimmen Sie der Verwendung von allen Cookies zu. Für detaillierte Informationen über die Nutzung und Verwaltung von Cookies klicken Sie bitte auf „Anpassen“. Mit dem Klick auf „Cookies ablehnen“ untersagen Sie die Verwendung von zustimmungspflichtigen Cookies. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Einstellungen jederzeit individuell anzupassen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
